
Tour de Provence [plus]
Camargue-Stierkampf – Die Flucht
Gouache auf Papier
20,1 × 20,1 cm · 7,9 × 7,9 in
2024
Meine erste Begegnung mit einem Stierkampf in der Camargue war ebenso eine sprachliche Herausforderung wie eine kulturelle Offenbarung. Mit meinen bescheidenen Kenntnissen des provenzalischen Französisch und der Regeln dieses faszinierenden „Spiels“ war mir eines glasklar: Das hier ist kein Kampf, sondern eine Kunstform, in der der Stier der unangefochtene Held ist.
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Das Erlebnis war schlicht atemberaubend. Der Stier betritt die Arena mit feurigem Stolz, wirbelt den Sand auf und mustert die Razeteurs, als sähe er jede ihrer Bewegungen voraus. Er erinnerte mich an Ferdinand den Stier – nur dass dieser Stier nicht bloß Blumen liebt, sondern selbst lebhaft an einem dynamischen Tanz teilnimmt.
In der Camargue geht es um Geschick und gegenseitigen Respekt. Der Stierkampf ehrt hier den Namen des Stiers: Er prangt auf den Plakaten sogar noch über dem des Razeteurs. Auch der Ruhm des Zuchtbetriebs, der ‚Manade‘, wird stolz zur Schau gestellt. Hier ist der Stier ein Star; sein Können kann für ein Spektakel voller Adrenalin sorgen.
Die Razeteurs sind zwar geschickt, spielen neben diesen Stars auf vier Hufen aber nur eine Nebenrolle. Ihr Ruhm ist eng mit den Stieren verknüpft, denen sie gegenübertreten. Doch anders als bei der Corrida fließt beim Stierkampf in der Camargue kein Blut; die Stiere sind nicht zum Töten da. Tötet ein Stier in seltenen Fällen doch einmal, wird sein Name auf tragische Weise aus allen Annalen gestrichen.
Dieser Tanz zwischen Gefahr und Würde hat meine neueste Serie von Gouachen inspiriert – jeder Pinselstrich und jede Farbe ist eine Hommage an die wahren Stars der Vorstellung.
Verfügbar · 200 €
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